Flickr wertet GPS-Information in EXIF-Daten falsch aus

Januar 14, 2008 von fesek

EXIF (Exchangeable Image Format) ist ein Standard zur Beschreibung von Metadaten der von einer Digitalkamera aufgenommenen Fotos. Bei der Aufnahme werden in der Bilddatei allerlei beschreibende Informationen abgelegt, wie Kamerahersteller, Brennweite, Uhrzeit, Blitz, etc. Ausserdem ist ein Feld fuer Geoinformationen vorgesehen, das den Aufnahmeort mittels GPS-Koordinaten festhaelt. Wenn die Kamera keinen integrierten GPS-Empfaenger hat, kann diese Information manuell durch das Assoziieren mit einem Punkt auf einer Karte oder durch automatischen Abgleich mit GPS-Daten aus einer anderen Quelle erfolgen (dazu mehr in einem spaeteren Beitrag).

Um die Unterstuetzung bei Flickr auszuprobieren habe ich einen GPS-Track genommen und ein Foto damit annotieren lassen. Zur Kontrolle habe ich die geschriebenen Koordinaten bei google maps und yahoo maps eingegeben, was den identische, korrekten, Ort auf der Karte hervorbrachte. Also stimmt erst einmal alles, Zeit fuer den naechsten Schritt.

Damit Flickr ueberhaupt die GPS-Information auswertet, muss in den Einstellungen diese Funktion aus Gruenden der Privatsphaere erst aktiviert werden. Als Linuxnutzer habe ich das Webinterface aufgerufen und das Bild hochgeladen. Zu meiner Ueberraschung ist der auf der Weltkarte angezeigte Ort ungefaehr 100km in suedoestlicher Richtung von dem Aufnahmeort enfernt. Das bringt nicht mir nicht viel, denn diese Genauigkeit bekomme ich durch manuelle Positionierung aller Bilder auf einen Schlag gerade so auch hin ;-) . Aus Neugier habe ich dasgleiche mit Windows Vista probiert, was sofort zu dem gewuenschten Ergebnis gefuehrt hat. Ausserdem ist das Webinterface anders, bunter und mehr Web 2.0. Ein erneuter Versuch unter Linux brachte nichts neues hervor. Der Upload unter Linux mittels des Javawerkzeugs jUploadr hat wieder den richtigen Ort ergeben – der Fehler muss also im Webinterface liegen.

Zum Vergleich sind die drei “Versionen” online (Karte). Gestern habe ich eine Anfrage an das Flickr Team gestellt und werde Neues hier berichten.

Exit Meeting und Zukunft

Januar 14, 2008 von fesek

Oktober 2007 

Das Ziel eines solchen gut bezahlten Praktikums, in dem man nicht nur zu arbeiten hat, sondern auch an der Unternehmenskultur teilnimmt und dedizierte Veranstaltungen stattfinden, ist unverkennbar. Primaer ist es eine Rekrutierungsmassnahme, die man sich etwas kosten laesst, dabei aber den besten Eindruck eines spaeteren potenziellen Bewerbers bekommt. Das Telefoninterview sowie das Vorstellungsgespraech im Januar hatten es fachlich sehr in sich gehabt; soziale Faehigkeiten hingegen wurden nicht explizit aufgenommen. Waehrend des Praktikums konnte man nicht nur zeigen, was man wirklich kann, sondern auch wie man in einem hektischen Umfeld agiert und an Probleme im Ablauf herangeht

Waerend seiner Zeit bei Bloomberg kann man sich auf offene Stellen im Unternehmen bewerben, bei R&D geht das auch ein Jahr im voraus (Werbevideo). Dabei wird keine separate Bewerbung erstellt, sondern am Ende entweder ein Angebot unterbreitet oder nicht, was massgeblich von der Bewertung durch den Mentor abhaengt.

Das Exit Meeting markiert woertlich das Ende des Praktikums und ist besonders wichtig, da hier eine Angebot fuer ein weiteres Praktikum oder eine Festanstellung unterbreitet wird. Nach dem Ausraeumen des Schreibtisches, Zusammenpacken meiner Sachen und einem letzten Gespraech mit meinen Chefs Jag und Lee fand in einem kleinen Meetingraum das Abschlussgespraech mit Jon statt, der mich noch einmal ueber meine Erfahrungen bei Bloomberg befragt hat. Schliesslich wollte er gerne wissen, wann ich vroaussichtlich das Studium beenden werde, denn er woll mir gerne einen Job im naechsten Jahr anbieten :-D . Er ging dabei auf die Hoehe des Gehalts ein und auf die Berechnung eines jaehrlichen Bonus. Da Bloombrg sich in Privatbesitz befindet koennen eine Aktienanteile ausgegeben werden. Stattdessen gibt es fuer jeden Angestellten eine initialie Anzahl von Zertifikaten, deren Wert vom Unternehmensergebnis abhaengt und deren Zahl im jaehrlichen Reviewmeeting neu bestimmt wird. Der Gesamtwert ist also sowohl von der Leistung des Unternehmens als auch des Angestellten abhaengig. Ihr Wert wird mit jedem vollen Jahr das man angestellt ist realisiert.

Zu dem Zeitpunkt war ich noch voellig unsicher darueber, wie es fuer mich nach dem Studium weitergehen soll. Ich musste auch nicht sofort akzeptieren, sondern mich “innerhalb der naechsten Monate” entscheiden und mich noch einmal melden.

Abschliessend durfte ich in der Personalabteilung ein non-disclosure agreement unterschreiben. Eine Angestellte hat mich dann zum Ausgang begleitet, mir alles Gute gewuenscht und meinen Ausweis entgegengenommen. Damit war es zu Ende (und ich kam nicht mehr rein).

Review Meeting

Januar 14, 2008 von fesek

Oktober 2007

Zusaetzlich zu dem von allen auszfuellendem Reviewdokument, das allgemeine Fragen zum Praktikum festhaelt, hat R&D ein eigenes erstellt, das auf das bevorstehende Reviewmeeting vorbereiten soll. In der ersten der drei Fragen sollte man ueber seine einzelnen Aufgaben bzw. Projekte an denen man gearbeitet hat reflektieren. In der darauffolgenden sich selbst kurz mit jeweils ein bis zwei Saetzen bewerten bzgl. Umgang, Faehigkeiten, Fortschritt und eine paar anderen Kriterien. Die dritte Frage bezog sich auf die Selbsteinschaetzung im Allgemeinen, ob man die Erwartungen des Mentors stets / manchmal uebertroffen, erfuellt hat oder nicht gerecht werden konnte. Nachdem alles komplett war, kam der Mentor an die Reihe diegleichen Fragen aus seiner Sicht zu beantworten, was ganz gut ausgefallen ist.

Das Reviewmeeting fand mit einem Personalverantwortlichen aus der Abteilung statt. Christine hat mich zu meinen Aufgaben befragt und sich das ein oder andere zeigen lassen. Das weitere Gespreach ging um die Erfahrungen im Praktikum selbst. Hier wusste ich immer noch nicht, was man in der Zukunft verbessern koennte.

Level-3 Boss aus New York

Januar 10, 2008 von fesek

Oktober 2007

Die Entwicklungsabteilung ist zwischen New York und London verteilt, wobei ca. zwei Drittel der beschaeftigten in den USA taetig sind. Die Organisationsstruktur ist ziemlich flach und Titel wie Abteilungsleiter werden offiziell keine gefuehrt auch wenn es entsprechende Funktionen gibt.

Mein Mentor Jag sass mir schraeg gegenueber und drei Plaetze weiter befindet sich dessen Chef Lee. Ende September ist dessen Lees Vorgesetzter fuer eine Woche nach London bekommen, um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben, sich auf den neuesten Stand zu bringen sowie persoenliche Gepsraeche mit jedem aus dem Team zu fuehren, was schon etwas anderes als Chat oder Telefon ist. Als erstes war ich etwas verunsichert, als Lee mir ein Treffen mit ihm vorgschlagen hat, aber warum denn nicht. Es war offenes und zwangloses Gespraech. Auf meine Aussage, ich komme aus Deutschland, antwortete er: “Ich fahre einen Porsche, das ist alles was ich ueber Deutschland weiss!” und hat gefragt ob man auf der Autobahn wirklich so schnell fahren kann wie man moechte :-D . Ansonsten haben wir uns kurz ueber das Praktikum unterhalten, was ich so mache und wie es mit bei Bloomberg gefaellt. Auf die letzte Frage, was man verbessern koenne, ist mir schlicht nichts eingefallen. Bis heute wuesste ich einfach nicht was…

Am selben Tag ging am Nachmittag noch der Flug von Heathrow zurueck nach New York.

Patrick Stewart als Macbeth

Januar 9, 2008 von fesek

Oktober 2007

Patrick Stewart ist bekannt aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, insbesondere aber als Captain Jean-Luc Picard aus Raumschiff Enterprise (The Next Generation). Nach seiner letzten Kinorolle in X-Men 3 ist er hauptsaechlich als Schauspieler auf englischen Buehnen unterwegs, darunter in der Hauptrolle von Shakespeares The Tempest im letzten Jahr.

Relativ frueh wurde ich auf ein paar Plakate aufmerksam, die ihn als MacBeth im Londoner Gielgud-Theater ankuendigten. Trotz eines festen Vorsatzes habe ich mit Magali, einer Prakitkantin aus der Designabteilung Cube-d, erst auf den letzten Druecker zwei Tickets erstehen koennen. Es waren ausgerechnet die aeussersten Sitze in der letzten Reihe, aber gluecklicherweise ist das Theater nicht besonders gross, so dass man noch ganz gut sehen konnte. Das ist der Vorteil an der grossen Auswahl in London wo es sehr viele kleinere Haeuser gibt anstatt eines einzigen grossen.

Die Auffuehrung war sehr modern und hat mit akustischem Granatfeuer begonnen. Die Darsteller sind mit AK47-Nachbildungen aufgetreten, was gerade am Ende zu ulkigen Situationen fuehrte. Ich hatte mir in Wiesbaden eine ebenso moderne Auffuehrung von Wagners Die Walkuere angesehen, in der Siegmund von Hunding schlicht erschossen wurde nachdem er stolz Wotans Schwert praesentiert hatte. Hier war es aehnlich: nachdem der eine in grossen Worten mit seinem Messer droht, wird er vom anderen erschossen. Visuelle Effekt wurden sparsam eingestzt und waren sehr eindrucksvoll bei der Erscheinung des Geistes von Banquo, den MacBeth spaeter hatte ermorden lassen. Kurz vor seinem Eintreten wurden Blutstreifen an die Wand projiziert, welche sich langsam ueber die gesamte Flaeche ausbreiteten. Kurz nach MacBeths Zusammenbruch fand die Pause statt, nach dessen Ende die letzte Szene noch einmal wiederholt wurde, bloss dieses Mal aus der Sicht der Gaeste und ohne den Darsteller Banquos. Ein sehr guter Einfall.

Die drei Hexen kamen mit ihren Auftritten auch sehr gut rueber. Die Buehnengestaltung war groesstenteils schlicht, was aber nicht weiter aufgefallen ist. Patrick Stewart hat hervorragend und ueberzeugend gespielt, dass ich mir das Stueck noch einmal ansehen wuerde. Bei laengeren Dialogen bin ich aber ab und zu ausgestiegen was an dem verwendeten Wortschatz liegt. Erwaehnenswert ist noch, dass der Darsteller des Pfoertners dem Publikum zugewandt in ein Waschbecken gepinkelt hat :-D

Volunteering

Dezember 17, 2007 von fesek

August 2007

Bloomberg sieht sich der Gesellschaft gegenueber verpflichtet. Die Abteilung “Philanthropy” koordiniert die Bestrebungen in unterschiedlichen Bereichen, hauptsaechlich durch die Foerderung von Kultur (Serpentine Gallery und Tate Modern um nur einen Bruchteil der Aktivitaeten zu nennen) und das Volunteering. Sinn solcher Programme ist es sich nicht nur durch Geld bemerkbar zu machen, sondern auch durch die eigenen Mitarbeiter, die fuer gemeinnuetzige Arbeit freigestellt werden. Aehnliche Projekte sind das Foerdern von Fremdsprachen durch das Entsenden von Angestellten an oertliche Schulen. Auch von den Praktikanten wurde erwartet, sich zu mindestens zwei solcher Veranstaltungen anzumelden. Ich habe mich zweimal zum Malern eingetragen, obwohl ich kein einziges Mal einen Pinsel in der Hand hatte. In einer Grundschule wurden waehrend der Ferien die Klassenraeume neu gestrichen sowie die von diversen Postern stammenden Heftklammern aus den Waenden entfernt. Bei der zweiten Veranstaltung sollte ein Gemeinschaftszentrum neu gestrichen werden, das auch Theaterauffuehrungen durchfuehrt. Dort habe ich mit anderen auf R&D den Hof aufgeraeumt und gesaeubert.

Beide Male sind wir in der Umgebung von Bethnal Green unterwegs gewesen, wenn ich mich nicht irre. Die Arbeit erfolgte quasi in zwei Durchgaengen, einer vormittags und der andere nachmittags. Entsprechend stand ein Bus vor dem Gebaeude bereit, der neben Lunchpaketen auch T-Shirts mit der Aufschrift “Volunteer” befoerderte. Diese soll man waehrend der Aktion tragen und kann man anschliessen behalten – mein Mentor habe unzwischen 7 Stueck davon sammeln koennen. Nach dem Lunch wurden wir von einer Person vor Ort in die Arbeit eingewiesen und eingeteilt. Dabei kommt es nicht nur auf die Praesenz an, sondern es gibt auch eine Erwartung an das Ergbnis, was beim letzten Einsatz etwas in Hektik endete.

Man kann darueber streiten ob die Beauftragung eines entsprechendes Unternehmen mehr gebracht haette, aber hey, dann ist der ganze Sinn verloren. Zwar steht das Helfen im Vordergrund, aber jeder Angestellte soll selbst etwas davon spueren und mit anpacken, was auf beiden Seiten konkreter in Erscheinung tritt als nur Geld. Neben einem arbeitsfreien Nachmittag bin ich mit einem guten Gefuehl nach Hause gegangen selbst etwas sinnvolles geleistet zu haben.

T-Shirt Volunteer

Ein paar Bilder gibt es wieder bei Flickr. Leider sind sie nicht beonders geworden.

Volunteering 1Volunteering 2Volunteering 3Volunteering 4

Teamdinners

Dezember 16, 2007 von fesek

September, Oktober 2007

In der Woche, in der die ersten Praktikanten Bloomberg wieder verlassen, war urspruenglich ein send-off Lunch geplant. Alle waren etwas enttaeuscht gewesen, dass es doch nicht zu Stande kam. Als Ersatz hat Christine aus R&D eine Ersatzveranstaltung fuer die Praktikanten in der Abteilung organisiert, zu der ein paar Mitarbeiter, hauptsaechlich Mentoren, mit eingeladen waren. Wir trafen uns im The Princess unweit vom Buero in der Paul Street :-) , was halb Pub und im oberen Stockwerk halb Restaurant ist. Das Dreigaengemenue, das man sich selbst zusammenstellen konnte, war hervorragend. Anschliessend sind wir noch zur Foundry in der Old Street auf ein paar Drinks gegangen, was sich mit der Zeit gelichtet hat. Ganz vertragen habe ich den abend auch nicht, die Ueberwachungskameras von Golders Green haben jetzt recht lustige Bilder von mir :-D

Jedem Team stehen im Jahr zwei Teamdinner zur Verfuegung. Das heisst das gesamte Team darf auf Firmenkosten speisen, mit dem Haken der American Express. Bloomberg vergibt ausschliesslich diese Kreditkarte, die leider von Restaurants kaum akzeptiert wird. Das gesamte Team “Batch Feeds”, bestehend aus Jag, Mark und seinen zwei Praktikanten Arnaud und mir, ist in einem netten franzoesischen Restaurant in der Gegend essen gewesen. Unser Mentor, Jag, hat sich am Ende mal den Zwischenstand der Rechnung geben lassen und noch ein paar Getraenke bestellt, schliesslich moechte man von dem Budget nichts verschenken.

Ich hatte das Glueck auch bei dem zweiten Dinner dabeizusein, das aus der gesamten Gruppe “Trading Systems” bestand zu dem um die 20 Leute eingeladen waren. Es war ein sehr geselliger Abend in einem chinesischen Restaurant mitten in China Town (zwischen Picadilly Circus und Leicester Square). Andere Gaeste haben sich spaeter an einen anderen Tisch gesetzt ;-) . Die Leute sind echt locker drauf und gehen auch mal aus sich heraus.

Oktoberfest

Dezember 16, 2007 von fesek

Oktober 2007

Nachdem ich Anfang September zum Geburtstag meiner Eltern (und meines eigenen) dasletzte Mal in Deutschland gewesen bin stand ein weiteres grosses Ereignis an: das Oktoberfest auf den Theresienwiesen in Muenchen, oder kurz: Wies’n. Mein Bruder hat mich das Wochenende vorher in London besucht, dem ich die ueblichen Orte und ein paar Pubs gezeigt habe. Anmerkung: in einem Pub, was eher eine Bar war, habe ich das bisher teuerste Bier getrunken – importiert aus Australien mit einer Fuellmenge von 333ml und einem Preis von ueber 3,50 Pfund pro Stueck, ohne dass es geschmeckt hat…

Meine Mutter hat mich vom Muenchner Flughafen abgeholt, der eine sehr gute Anbindung zur Stadt ueber die S-Bahn hat. Eine Alternative waere Nuernberg gewesen mit einem geringfuegig laengerem Anfahrtweg und guenstigerem Ticket, aber ich schaetze der Zug faehrt nicht ganz so oft wie die S-Bahn. Mit meinem Vater bin ich zu den Wies’n aufgebrochen, wo wir uns mit einem “Geschaeftspartner” getroffen haben, der die Plaetze im Festzelt organisiert hatte. Mit etwas Glueck und ein paar guten Beziehungen bekommt man um die 10 Monate im Voraus noch etwas gebucht ;-) . Wegen Platzmangels entfiel die obligatorische Tasse Kaffe, inkl. Tasse, im Kaeferzelt und wir mussten uns mit 2 Weizen im Nymphenburgzelt begnuegen (Auflistungen der Zelte). Schon einmal ein guter Anfang. Nach einem Besuch beim Schichtl war es auch so weit das Hippodrom zu betreten, denn nach einer bestimmten Uhrzeit kommt man auch mit Reservierung nicht mehr rein. Bei solchen Reservierungen wird ein Verzehrgutschein aufgezwungen, der mit einer Platte Radi und Brezeln und einer anschliessenden Ente gut angelegt ist. Die Qualitaet ist sehr gut und bot eine Grundlage fuer die weiteren 3 Mass des abends. Unter dem Alkoholkonsum kann man sich auch erbarmen diverse Partylieder mitzugroehlen, die im nuechternen Zustand bei mir eher Suizidgedanken anregen. Es war ein sehr gelungener Abend.

Am naechsten Morgen ging es mir nicht ganz so gut und der Rueckweg war mir etwas entfallen. Trotz Bedenken mich auf der Strasse noch einmal uebergeben zu muessen habe ich die Innenstand etwas erkundet. Auf dem Viktualienmarkt gibt es mindestens drei Saftstaende, was genau das richtige in meiner Situation war. Gemaechlich bin ich dann zurueck zum Flughafen und nach Duesseldorf geflogen zum Umsteigen. Dieser Flughafen ist schon ein wenig sehenswert, vor allem hat in der riesigen, lang gezogenen Vorhalle ein Dame auf dem Klaiver gespielt, unterhalb des Starbucks Cafe. Das war ausserhalb der Sicherheitszone, was mir bei dem verspateten Flugzeug nichts gebracht hat. Den Duty Free Shop bin ich mindestens dreimal entlang gegangen. Gegen 22:00 war ich endlich wieder in Stansted gelandet und dank National Express gegen 23:00 wieder zu Hause in Golders Green.

Beim Oktoberfest hat mir etwas die formelle Hoeflichkeit gefehlt, wie ich es nenne. In London entschuldigt man sich wenn man angerempelt wird oder jemandem unabsichtlich den Weg versperrt. Man ist nicht wirklich hoeflich, sondern befolgt gewissen Sitten sich fuer jede Kleinigkeit zu entschuldigen, ausser vielleicht man schafft es gerade so den Kopf aus der schliessenden Tuer der ueberfuellten U-Bahn zu ziehen. Waehrend ich mich unter staendigem “Sorry” zur Toilette draengte, fand ich es ein wenig unfreundlich dass dies nicht erwidert wurde.

Es geht weiter

Dezember 16, 2007 von fesek

Seit Mitte Oktober bin ich wieder zurueck in Deutschland. Dies ersten paar Wochen in Kaiserslautern sind mir ehrlich gesagt etwas schwer gefallen, der ganze Trubel ist auf einmal Weg, wesentlich weniger Leute sind unterwegs und eine Hauptstrasse kann auch mal leer sein. Ein paar Morgende in Folge wunderte ich mich warum so viele Leute an der Bushaltstelle warteten und nicht gleich zu Fuss zur Uni gehen, doch die rechte Strassenseite fuehrt in die Stadt. Das Ueberqueren der Strasse war nicht mehr ganz trivial, aber mit dem Auto ging es. Ein paar Mal wollte ich mich beim Verlassen eine Ausfahrt links einordnen, hatte es aber noch rechtzeitig gemerkt ;-) .

Es gibt noch ein paar Beitraege und Gedanken die ich loswerden moechte, es geht also weiter. Zudem moechte ich das Blog hier fortfuehren. So, stay tuned!

“How many Vikings are here!?”

September 20, 2007 von fesek

“And how many Death Metaler!? Death Metal wins!!”

Am Mittwoch hat die finnische Metalgruppe Turisas in der Carling Academy in Islington, was auf dem halben Weg nach Hause liegt, gespielt. Sie haben dieses Jahr ihr zweites Album “The Varangian Ways” herausgebracht, was sie gerade auf ihrer Tour bewerben. Mit dem Namen der Vorband bin ich mir nicht ganz sicher, da sie recht böse waren und je böser die Gruppe, desto böser ist auch ist ihr Schriftzug ;-) . Es muß Abgotim oder Abgotin gewesen sein, sehr wahrscheinlich ebenfalls aus Finnland. Eine Sängerin, die als Gast kurz aufgetreten ist, wurde angekündigt mit: “She’s got a wicked voice. And a controversial one. Come on the fucking stage baby!” In der Tat, eine Stimme wie ein Mann :-D ! Aber ich habe es gerne etwas melodischer.

Turisas selbst hat eine großartige Show geliefert und die Menge begeistert. In Manchester (booh!) hätten sie eine Luftfeuchtigkeit von 99% erzielt, was von ihnen selbst wissenschaftlich gemessen wurde. Die Besucher wurden aufgerufen das zu schlagen :-) . Ziemlich am Ende hatten sie Battle Metal von der gleichnamigen CD (womit sie auch ihre Musikrichtung definieren) gespielt. Bei solchen Konzerten ist in der Mitte immer relativ viel Raum (ein so genannter Moshpit), wo sich ein paar Besucher in einer Reihe aufgestellt haben. Mit dem ersten Ton der gespielt wurde haben sie sich mit aller Kraft nach vorne gedrückt. Endlich normale Leute!

Wer damit nichts anfangen kann: solche Leute lassen einfach mal die Sau raus, wer nichts damit zu tun haben will geht einen Schritt zur Seite. Wenn jemand hinfällt wird ihm so schnell wie möglich wieder aufgeholfen und weitergemacht. Sieht hart aus, ist aber nicht antisozial.

Na ja, zwei Leute mir sehr kurzen Haaren waren auch in der Menge und ich meine einer von ihnen hat aus lauter Begeisterung den rechten Arm mit flacher Hand nach oben gehoben (zur Klarstellung: das hat nicht das geringste mit der Gruppe oder der Musikrichtung allgemein zu tun). Als Deutscher ist man dazu erzogen schockiert zu sein. Sie waren aber friedlich.