Archiv für die Kategorie ‘Friedhof’

Friedhof Kensal Green

September 18, 2007

Nachdem ich schön ausgeschlafen war bin ich am Samstag zum Friedhof in Kensal Green aufgebrochen. Er liegt mit den öffentlich Verkehrsmitteln ca. 45min entfernt – wenn man sich nicht verirrt :-\. Im Internet hatte ich flüchtig nach der Route geschaut, hatte dann aber den Fehler gemacht Kilburn mit Kilburn Park zu verwechseln, was auf einer anderen U-Bahnlinie liegt. Da sowieso eine Umleitung war bin ich in West Hampstead ausgestiegen und kam noch ganz gut mit einer Art S-Bahn zu einer nahegelegenen Haltestelle von wo aus es mit der U-Bahn nur noch eine Station war.

Zufällig hat dort gerade ein kleiner Umzug von Anwohnern für weniger Gewalt stattgefunden (gerade unter Jugendlichen steht in der normalen Zeitungen (nein, nicht in der Sun) öfter was über Messerstechereien und Schießereien). Dem Umzug voraus ist ein Pickup mit einer Soundanlage gefahren über die jemand Friedenslieder gesungen hat.

Der Friedhof ist riesig. Zwar habe ich mich etwas an dem östlichen Teil aufghalten, aber ich kam kaum über die Hälfte hinaus. Zum anderen habe ich mir auch viel Zeit gelassen und mich beim Herumlaufen und Fotografieren richtig entspannt. Ein paar Bilder sind überraschend gut geworden, gerade jene zum Ende hin. Das mit dem Luftballon im Vordergrund spricht für sich.

Ich überlege mir eine Spiegelreflexkamera (englisch: SLR) zu kaufen. Mit der Kompaktkamera werden die Bilder unter bestimmten Bedingungen, insbesondere schwachem Licht, einfach nichts. Außerdem bietet eine SLR mehr Einstellungsmöglichkeiten und die Bilder werden generell einfach besser. Doch leider ist es mit dem Gehäuse alleine längst nicht getan – Objektive müssen auch noch drauf.

Bilder

Friedhof Highgate

Juli 22, 2007

Gestern war ich wieder auf dem Friedhof in Brompton gewesen, da sie einen Tag der offenen Tür mit Führungen angeboten hatten. Eine ging in die Katakomben, in denen insgesamt 470 Leute begraben wurden, verglichen mit 200′000 in der Erde. Die Särge dort sind in drei Schichten aufgebaut. Zuerst der Behälter für die Leiche selbst, der anschließend mit einer Bleiummantelung umschlossen und versiegelt wurde um den Verfall der Leiche einzudämmen. Zum Schluß kam die sichtbare und deshalb aufwendig verzierte Verkleidung. Die Särge sind entlang eines Ganges unter der Erde auf mehreren Regalebenen gestapelt, identifizierbar an Hand einer angebrachten Metallplakette. Entgegen der Erdbestattung können Verwandte nahe dem Verbliechenen sein, weshalb die Katakomben auf täglichen Besuch ausgerichtet waren. Nebenbei war das eine willkommene Einnahmequelle, da diese Art der Bestattung etwas mit Prestige zu tun hat, was mit einer höheren Zahlungsbereitschaft verbunden ist.

 

Wegen des guten Wetters bin ich heute zum Highgate Friedhof, nahe der Haltestelle Archway, was auf dem anderen Zweig meiner U-Bahn-Linie liegt. So weit außerhalb wohne ich nun auch wieder nicht, aber die Fahrt mit dem Bus führt an richtigem Wald vorbei, keinem Stadtpark.

 

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, die durch eine kleine Straße voneinander getrennt sind. Der östliche Teil kann für 2Pfund besichtigt werden, Fotografieren kostet 1Pfund extra. Während der Hauptweg geteert ist, gibt es zahlreiche Seitenwege die etwas verwildert sind, weshalb nicht immer klar ist ob man gerade auf einem Grab steht oder nicht. Wenn man sich gleich nach dem Eingang so weit links wie möglich hält kommt man auf einen schmalen Pfad der ganz gemütlich ist und ein paar Motive zum Fotografieren liefert. Man kommt anschließend in der Gegend von Karl Marx heraus. Zwei Deutsche haben vermutlich Engländer – Er mit Hemd und Schlips und Sie in einem Sommerkleid – direkt neben dem Grab posierend fotografiert. Ich habe auf deutsch eine abfällige Bemerkung über die etwas unsozialistische Kleidung gemacht. Später haben sie mir angeboten, mich auch zu fotografieren, was ich wegen verschiedener politischer Orientierung dankend abgelehnt habe. “Hätt ja sein können” war die Antwort mit leicht sächsischem Akzent. Der von dem Weg umschlossene innere Bereich führt auf schmäleren Wegen an weiteren verwilderten Grabstätten vorbei und ist damit attraktiver als der Rest. Etwas berührt hat mich das Grab eines Jungen von drei Jahren, das nett hergerichtet war und quasi als Grabbeigabe Fruchtgummi auf dem Behälter mit der brennenden Kerze liegen hatte.

Nach knapp 2.5 Stunden bin ich auf die andere Straßenseite pünktlich zum Beginn der Führung über den westlichen Teil gegangen. Wegen mangelhafter Erfüllung von Vorschriften kann er nicht gänzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben Brompton und fünf weiteren gehört dieser zu den zwischen 1833 und 1841 eröffneten Magnificent Seven die zur damaligen Zeit erstmals Begräbnisstätten außerhalb der Authorität der Kirchen angeboten hatten. Das Geschäft blühte bis zu den Weltkriegen als sich das Bewußtsein geändert hat und prunkvolle Ruhestätten als unangebracht empfunden wurden. Wegen ausbleibenden Einnahmen mußte der Betreiber die Pflege zunehmend zurücknehmen bis der Friedhof gänzlich aufgegeben wurde. Dank weiterhin andauernder freiwilliger Arbeit durch die Nachbarschaft konnte er wieder begehbar gemacht und 1981 wiedereröffnet werden. Wegen des Zustandes werden nur geführte Touren angeboten für 5Pfund pro Person; Kinder unter 8 Jahren haben keinen Zutritt. Die Fühererin zeigt die bedeutensten Gräber und erzählt ausführlich über ihren Kontext zu ihrer Zeit. Ein Weg vorbei an Gruften führt zu einem etwas ägyptisch gestalteten Areal wo weitere Gruften kreisförmig angeordnet sind. Der Besuch lonht sich, zudem hat man die Chance sich ein paar Schritte von der Gruppe zu entfernen um sich etwas genauer umzusehen.

Highgate 1Highgate 2Highgate 3Highgate 3Highgate 5Highgate 6Highgate 7

Friedhof Brompton

Juli 15, 2007

Auch wenn der Kleidungsstil bei den R&D-Leuten etwas lockerer ist, mußte ich mich für das Praktikum neu einkleiden. Im Schrank hatte ich fast nur T-Shirts und meistens habe ich eine etwas abgenutzte Lederhose getragen, mit der ich mich dort auf keinen Fall blicken lassen konnte. Die übrigen Hosen sind auch nicht mehr die besten bzw. passen nicht richtig. Um mal etwas neues auszuprobieren habe ich mir hauptsächlich helle (freundliche) Sachen zugelegt die auch ganz angenehm zu tragen sind. So ganz richtig wohl darin fühle ich mich auf Dauer nicht und die letzten zwei Arbeitstage habe ich die schwarze Hose rausgeholt und das schwarze T-Shirt am Wochenende hat irgendwie richtig gut getan.

Um dieser Finanzkultur, nicht nur bei Bloomberg sondern im ganzen Viertel, zu entkommen habe ich einen der größeren Friedhöfe erkundet. Brompton Cemetery ist nur ein paar Minuten die Straße runter von der Haltstellte East Brompton entfernt und zählt zu den größten Friedhöfen von London. Nach einem etwas üblen Abend mit Pub am Tag zuvor habe ich dort einen sehr entspannten Nachmittag verbracht, den Eichhörnchen zugeschaut und ein paar Bilder von den dortigen Grabsteinen gemacht. Wie die übrigen Bilder sind sie bei Flickr zu sehen.

Brompton CemeteryBrompton Cemetery

Brompton CemeteryBrompton Cemetery