Umzug von London

By fesek

November 2007

In den letzten Jahren hat London einen rasanten Bevoelkerungsanstieg erfahren, was es schwer macht eine anstaendige Wohnung in angemessener Entfernung zum Zentrum zu finden. So haben in den letzten zehn Jahren die Hauspreise um 196% zugenommen womit die Stadt weltweit auf Platz 3 rangiert. Den ersten Platz hat sie bei den Bueromieten :-) . Bloomberg hat zwar eine paar moegliche Unterkuenfte zusammengestellt, doch waren dies stets Studentenwohnheime die bis spaetestens Mitte September wieder geraeumt sein mussten. Also hatte ich mich selbst auf die Suche begeben um nicht mittendrin umziehen zu muessen und war dadurch einen Mietvertrag von 6 Monaten eingegangen. Mitte Juni haben mich meine Eltern schon heruebergefahren, wodurch ich deutlich mehr Gepaeck mitnehmen konnte, das auch wieder abgeholt werden musste.

Im November sind wir ein weiteres Mal aufgebrochen um die restlichen Sachen mitzunehmen und die Wohnung in einem angemessenen Zustand dem Vermieter zu hinterlassen. Auf der Hinfahrt am Freitag haben wir die 10:00 Faehre um gerade einmal 5 Minuten wegen eines Staus bei Bruessel verpasst. Da wegen des Winterfahrplans bei Nofolk Lines die Faehre um 11:00 gestrichen ist mussten wir ganze zwei Stunden auf die naechste warten. In dem Warteraum war nur der Kaffeeautomat geoeffnet, das Bistro hat Freitag bis Sonntag geschlossen. Ach ja, an einem Automat konnte man sich ein Pizza ziehen und sie in der Mikrowelle nebendran warmmachen…

Am Abend haben wir uns mit meinem vorherigen Chef Jag zum Essen in Chinatown verabredet. Genauer gesagt war es ein paar Meter davon entfernt, aber nur von Chinesen besucht was ein gutes Zeichen ist. Bis auf die Abwicklung der Bestellung (wir haben etwas am Huehnchen geknabbert, das kurz danach zu einem anderen Tisch gebracht wurde…) war das Essen hervorragend und wir hatten einen sehr entspannten Abend gehabt.

Den Samstagvormittag haben wir mit Packen und Putzen verbracht und sind anschliessend zu Covent Garden / Leicester Square gefahren. Am Abend war ich noch mit Magali und ihrem Freund Jeff in Hampstead verabredet (Hinweis: stellt sicher ob es “Hampstead” oder “Hampstead Heath” ist!). Nach dem Pub sind wir in ein “orientalisches” Retaurant gegangen, das aber ziemlich chinesich war. Fuer mich sind das zwei unterschiedliche Begriffe, ich bin mir nicht sicher wie das normalerweise im deutschen Sprachgebrauch ist. Das Dim-Sum wird dort frisch zubereitet, aber der Kellner bietet einen kleinen Vorrat  in einer fahrbahren Warmhaltetheke an und praesentiert jedem Tisch die aktuelle Auswahl. Wir haben uns anschliessend jeweils eine Nudelsuppe bestellt, die grob gesagt aus Fleischstuecken und dicken Nudeln in einer Bruehe besteht. Waehrend man zuerst (versucht) die festen Bestandteile mit den Staebchen zu packen, wird der Rest ausgeschluerft oder vornehm mit einem Loeffel konsumiert. Die beliebte Kette Wagamama hat sich auf so etwas spezialisiert, aber mir ist der Laden zu ungemuetlich, obwohl diese Ungemuetlichkeit zum Esserlebnis gehoeren soll.

Der Sonnatg bestand nur aus der Rueckfahrt von London nach Dover und von dort aus mit der Faehre nach Dunkerque zurueck zum Kontinent. Es hat mich riesig gefreut wieder in London gewesen zu ein, die naechsten paar Monate werde ich wohl nicht zurueckkehren.

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