Oktober 2007
Patrick Stewart ist bekannt aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, insbesondere aber als Captain Jean-Luc Picard aus Raumschiff Enterprise (The Next Generation). Nach seiner letzten Kinorolle in X-Men 3 ist er hauptsaechlich als Schauspieler auf englischen Buehnen unterwegs, darunter in der Hauptrolle von Shakespeares The Tempest im letzten Jahr.
Relativ frueh wurde ich auf ein paar Plakate aufmerksam, die ihn als MacBeth im Londoner Gielgud-Theater ankuendigten. Trotz eines festen Vorsatzes habe ich mit Magali, einer Prakitkantin aus der Designabteilung Cube-d, erst auf den letzten Druecker zwei Tickets erstehen koennen. Es waren ausgerechnet die aeussersten Sitze in der letzten Reihe, aber gluecklicherweise ist das Theater nicht besonders gross, so dass man noch ganz gut sehen konnte. Das ist der Vorteil an der grossen Auswahl in London wo es sehr viele kleinere Haeuser gibt anstatt eines einzigen grossen.
Die Auffuehrung war sehr modern und hat mit akustischem Granatfeuer begonnen. Die Darsteller sind mit AK47-Nachbildungen aufgetreten, was gerade am Ende zu ulkigen Situationen fuehrte. Ich hatte mir in Wiesbaden eine ebenso moderne Auffuehrung von Wagners Die Walkuere angesehen, in der Siegmund von Hunding schlicht erschossen wurde nachdem er stolz Wotans Schwert praesentiert hatte. Hier war es aehnlich: nachdem der eine in grossen Worten mit seinem Messer droht, wird er vom anderen erschossen. Visuelle Effekt wurden sparsam eingestzt und waren sehr eindrucksvoll bei der Erscheinung des Geistes von Banquo, den MacBeth spaeter hatte ermorden lassen. Kurz vor seinem Eintreten wurden Blutstreifen an die Wand projiziert, welche sich langsam ueber die gesamte Flaeche ausbreiteten. Kurz nach MacBeths Zusammenbruch fand die Pause statt, nach dessen Ende die letzte Szene noch einmal wiederholt wurde, bloss dieses Mal aus der Sicht der Gaeste und ohne den Darsteller Banquos. Ein sehr guter Einfall.
Die drei Hexen kamen mit ihren Auftritten auch sehr gut rueber. Die Buehnengestaltung war groesstenteils schlicht, was aber nicht weiter aufgefallen ist. Patrick Stewart hat hervorragend und ueberzeugend gespielt, dass ich mir das Stueck noch einmal ansehen wuerde. Bei laengeren Dialogen bin ich aber ab und zu ausgestiegen was an dem verwendeten Wortschatz liegt. Erwaehnenswert ist noch, dass der Darsteller des Pfoertners dem Publikum zugewandt in ein Waschbecken gepinkelt hat