Archiv für Januar 2008

“Ok, ich komme dann rueber zur NPD”

Januar 30, 2008

Dezember 2007

Andreas, einer von den Jungs mit denen ich seit dem ersten Semester jede Vorlesung besucht hatte, hat keine Zeit verloren und das Diplom mit 9 Semestern durchgezogen. Nur ein bis zwei Wochen nach Abgabe der Diplomarbeit fing er direkt bei sd&m in Offenbach an, was offiziell als Filiale Frankfurt gehandelt wird. Nachdem wir uns im Oktober kurz gesehen hatten wollte ich mal bei ihm vorbeischauen und mich erkundigen wie es so laeuft.

Mir war noch so ungefaehr in Erinnerung wo der gruene Pfeil bei Google Maps hingezeigt hat, also bin ich gegen 16:00 Richtung City Tower Offenbach gefahren. Doch die letzte Kreuzung war zu meiner Ueberraschung von der Polizei gesperrt. Nachdem ich einen Parkplatz in einer Seitenstrasse gefunden hatte, bin ich erst einmal Richtung Innenstadt gegangen. Auf den Strassen war kein Verkehr bis auf ca. 10 Streifenwagen, plus einem oder mehreren die regelmaessig patroulliert haben. Ich hoerte Rufe auf dem Weihnachtsmarkt, doch da hat nur jemand versucht seine Orangen loszuwerden; nichts besonderes hier. Ploetzlich rief Andreas an: “Folge einfach den Rufen, die NPD steht gerade vor meiner Tuer”. Das erklaerte einiges. Auf dem Weg zum ihm sah ich noch einmal mindestens 15 Streifenwagen in der entgegengesetzten Fahrtrichtung parken. Ein Blick in die Seitenstrasse hinein brachte irgendwie nicht viel, nur eine Kette von Polizisten in Kampfausruestung, die scheinbar die Demonstration in der Naehe von Andreas Wohnung begleiteten. Von Demonstranten war nicht das geringste zu sehen. Wegen der kleinen Demo waren Strassen abegriegelt, sogar ein Linienbus blieb vor der Bushaltestelle stehen, da er nicht weiterfahren durfte. Ansonsten war es ruhig, eine Strasse weiter hat man, bis auf die verstaerkte Polizeipraesenz, nichts gemerkt. Als ich im Dunkeln wieder gefahren bin, wurde zumindest eine Zufahrtsstrasse abgeriegelt. Und ich hatte mich auch noch verfahren…

Velvets – Schwarzes Theater in Wiesbaden

Januar 28, 2008

Dezember 2007

Vor ueber einem Jahr bin ich mit meinen Eltern im Mainzer Unterhaus bei Herbert Bonewitz gewesen – bekannt aus der Määnzer Fassenacht unter anderem als Prinz Bibi. Dabei stiess ich auf ein Faltblatt des Velvets, dem, nach eigenen Angaben, einzigen schwarzen Theater in Deutschland.

Im Dezember kam mir das wieder in Erinnerung und habe mir eine Karte fuer “Der kleine Prinz” besorgt. Das Theater befindet sich in Wiesbaden direkt gegenueber dem ESWE-Schwimmbad und sieht nach eine alten Lagerhalle aus. Die Einrichtung ist sehr einfach, erfuellt aber ihren Zweck. Der Erzaehler des Stuecks und die zugleich umrahmende Figur ist ein normaler Darsteller, waehrend der Rest (Prinz, Fuchs, Schlange, …) dem Stil des schwarzen Theaters folgt.

Das sieht grundsaetzlich folgendermassen aus. Die ansonsten voellig dunkle Buehne besitzt nur einen schmalen seitlich erhellten Lichtkorridor; dadurch ist alles dunkel bis auf die in dem Korridor befindlichen Objekte. Anstatt mit Marionetten zu arbeiten werden Puppen von schwarz gekleideten und vermummten Akteuren hinter diesem Lichtkorridors bewegt und sind selbst wegen des Helligkeitsunterschiedes nicht oder nur kaum sichtbar. Der Darsteller kann somit vor der Buehne bzw. in dem Lichtkorridor mit den Puppen agieren als wuerden sie sich von selbst bewegen.

Das Buehnenbild, insbesondere die Besuche der weiteren Planeten auf der Reise des Prinzen zur Erde, war sehr liebevoll gestaltet. Zwar wusste ich vorher nicht, was mich erwartet, aber die Vorstellung hat mich beeindruckt. Es ist auch ein paar Jaehrchen her, seit ich das letzte Mal mit der Erzaehlung konfrontiert wurde und erst in den letzten Jahren habe ich allgemein ein besseres Verstaendnis fuer solche Dinge entwickelt. Zu Beginn der Geschichte wird die unterschiedliche Denkweise von Kindern und Erwachsenen illustriert, was in etwas so geht. ‘Wenn man von einem neuen Spielkameraden berichtet kann man erzaehlen welche Augenfarbe er hat, welche Spiele er mag, wie sein Name ist usw. aber das sagt den Erwachsenen gar nichts. Erst wenn sie wissen wie alt erst, wieviele Geschwister er hat, wieviel sein Vater verdient usw. glauben sie wirklich ihn zu kennen.’

Das folgende karikiert die eben gemachte Aussage. Von Februar bis Mai finden gerade einmal 6 Vorstellungen statt: Der kleine Prinz, Die Zauberfloete und Der Zauberlehrling. Die von mir besuchte Vorstellung war ausverkauft und die Anzahl der Plaetze wird mit 100 angegeben. Den aktuellen Spielplan und weitere Informationen gibt es unter http://www.velvets-theater.de.

Umzug von London

Januar 21, 2008

November 2007

In den letzten Jahren hat London einen rasanten Bevoelkerungsanstieg erfahren, was es schwer macht eine anstaendige Wohnung in angemessener Entfernung zum Zentrum zu finden. So haben in den letzten zehn Jahren die Hauspreise um 196% zugenommen womit die Stadt weltweit auf Platz 3 rangiert. Den ersten Platz hat sie bei den Bueromieten :-) . Bloomberg hat zwar eine paar moegliche Unterkuenfte zusammengestellt, doch waren dies stets Studentenwohnheime die bis spaetestens Mitte September wieder geraeumt sein mussten. Also hatte ich mich selbst auf die Suche begeben um nicht mittendrin umziehen zu muessen und war dadurch einen Mietvertrag von 6 Monaten eingegangen. Mitte Juni haben mich meine Eltern schon heruebergefahren, wodurch ich deutlich mehr Gepaeck mitnehmen konnte, das auch wieder abgeholt werden musste.

Im November sind wir ein weiteres Mal aufgebrochen um die restlichen Sachen mitzunehmen und die Wohnung in einem angemessenen Zustand dem Vermieter zu hinterlassen. Auf der Hinfahrt am Freitag haben wir die 10:00 Faehre um gerade einmal 5 Minuten wegen eines Staus bei Bruessel verpasst. Da wegen des Winterfahrplans bei Nofolk Lines die Faehre um 11:00 gestrichen ist mussten wir ganze zwei Stunden auf die naechste warten. In dem Warteraum war nur der Kaffeeautomat geoeffnet, das Bistro hat Freitag bis Sonntag geschlossen. Ach ja, an einem Automat konnte man sich ein Pizza ziehen und sie in der Mikrowelle nebendran warmmachen…

Am Abend haben wir uns mit meinem vorherigen Chef Jag zum Essen in Chinatown verabredet. Genauer gesagt war es ein paar Meter davon entfernt, aber nur von Chinesen besucht was ein gutes Zeichen ist. Bis auf die Abwicklung der Bestellung (wir haben etwas am Huehnchen geknabbert, das kurz danach zu einem anderen Tisch gebracht wurde…) war das Essen hervorragend und wir hatten einen sehr entspannten Abend gehabt.

Den Samstagvormittag haben wir mit Packen und Putzen verbracht und sind anschliessend zu Covent Garden / Leicester Square gefahren. Am Abend war ich noch mit Magali und ihrem Freund Jeff in Hampstead verabredet (Hinweis: stellt sicher ob es “Hampstead” oder “Hampstead Heath” ist!). Nach dem Pub sind wir in ein “orientalisches” Retaurant gegangen, das aber ziemlich chinesich war. Fuer mich sind das zwei unterschiedliche Begriffe, ich bin mir nicht sicher wie das normalerweise im deutschen Sprachgebrauch ist. Das Dim-Sum wird dort frisch zubereitet, aber der Kellner bietet einen kleinen Vorrat  in einer fahrbahren Warmhaltetheke an und praesentiert jedem Tisch die aktuelle Auswahl. Wir haben uns anschliessend jeweils eine Nudelsuppe bestellt, die grob gesagt aus Fleischstuecken und dicken Nudeln in einer Bruehe besteht. Waehrend man zuerst (versucht) die festen Bestandteile mit den Staebchen zu packen, wird der Rest ausgeschluerft oder vornehm mit einem Loeffel konsumiert. Die beliebte Kette Wagamama hat sich auf so etwas spezialisiert, aber mir ist der Laden zu ungemuetlich, obwohl diese Ungemuetlichkeit zum Esserlebnis gehoeren soll.

Der Sonnatg bestand nur aus der Rueckfahrt von London nach Dover und von dort aus mit der Faehre nach Dunkerque zurueck zum Kontinent. Es hat mich riesig gefreut wieder in London gewesen zu ein, die naechsten paar Monate werde ich wohl nicht zurueckkehren.

Heimkehr

Januar 20, 2008

Oktober 2007

Meine Rueckkehr nach Deutschland ist ein wenig hektisch abgelaufen, denn ich habe einen Flug direkt nach meinem letzten Arbeitstag gebucht. Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, noch mindesten eine Woche England zu erkunden, doch um mit meinem restlichen Studium im Zeitplan zu bleiben wollte ich so schnell wie moeglich ein Praktikum organisieren. Denn die Universitaet erwartet ein uni-internes Projekt oder ein Industriepraktikum, dessen Inhalt im voraus mit einem Praktikumsplan festgelegt und mit Wochenberichten des Prakitkanen begleitet wird. Da der genaue Ablauf bei Bloomberg nicht von Anfang an feststand und meine Aufgaben recht heterogen waren, wird es mir nicht anerkannt werden. Deshalb habe ich beim Deutschen Forschunszentrum fuer Kuenstliche Intelligenz (DFKI) und dem Fraunhofer Institut fir Experimentelles Software Engineering (IESE) nach einem solchen Prakitkum angefragt und direkt einen Termin fuer den nachfolgenden Montag vereinbart.

Vor dem Exitmeeting habe ich noch meinen restlichen halben Tag Urlaub genommen um schon einmal einen Umzugskarton nach Hause zu schicken. UPS und aehnliche erwarten, dass man den ganzen Tag anzutreffen ist und zum Buero wollte ich ihn auch nicht mitschleppen. Andererseits befand sich die Royal Mail im Streik, was mit beschraenkter Leistung und geschlossenen Filialen verbunden war. Das groesste abzusehende Problem war das Aufarbeiten der liegengebliebenen Post. Aber mein Post Office war geoeffnet und weitere Streiks, zumindest im Paketdienst, waren nicht vor der nachfolgenden Woche geplant. Da die Lieferung 2-3 Tage in Anspruch nimmt war das Paket bis dahin laengst ausser Landes.

Am Freitag habe ich noch die restlichen Sachen gepackt und bin am naechsten Morgen zum London City Airport aufgebrochen. Zum Glueck habe ich zuvor die Website der TFL ueberprueft, die ueber eine Teilstillegung der DLR-Strecke wegen Reparaturen berichtete. Zwar sind Ersatzbusse verkehrt, aber ich vertraue deren Fahrtzeit nicht. Anstatt also nach Bank und mit der DLR direkt durchzufahren, bin ich nach Straford und von dort mit dem Bus weiter, dabei zu allem Ueberfluss auch noch eine Haltestelle vor dem Flughaefen ausgestiegen. Auf dem restlichen Fussweg kamen doch einige Ersatzbusse von der DLR vorbei…

Weltkarte bei Flickr nicht immer sichtbar

Januar 15, 2008

Edit 17.01.: Ich habe eine Antwort bekommen unter anderem mit der Empfehlung den Router neuzustarten. Auch ohne das zu tun treten seit heute die Probleme nicht mehr auf.

Mein vorheriger Beitrag ist in Fehlerbeschreibung nicht ganz korrekt. Die Anzeige der Weltkarte funktioniert nicht immer, was sich bei mir zwar auch wieder nach Betriebssystemen trennt (geht unter Windows, nicht unter Linux), bei anderen aber nicht so nachvollziehbar ist.

Wenn ich eingeloggt bin klappt alles. Wenn nicht und ich die Weltkarte aufrufe wird nichts angezeigt; das Wechseln der Optionen laesst die Karte zwar erscheinen, aber ohne Lage der Fotos. Andererseits funktioniert es wieder, wenn ich mir ein Foto ansehe und es dann in der Weltkarte darstellen lasse.

Bei einem Kollegen hat es mit Firefox unter Linux geklappt und auf einem anderen Rechner mit Firefox unter Windows nicht, also genau entgegengesetzt zu meinem System. Leider habe ich die entsprechenden Versionen nicht parat.

Flickr wertet GPS-Information in EXIF-Daten falsch aus

Januar 14, 2008

EXIF (Exchangeable Image Format) ist ein Standard zur Beschreibung von Metadaten der von einer Digitalkamera aufgenommenen Fotos. Bei der Aufnahme werden in der Bilddatei allerlei beschreibende Informationen abgelegt, wie Kamerahersteller, Brennweite, Uhrzeit, Blitz, etc. Ausserdem ist ein Feld fuer Geoinformationen vorgesehen, das den Aufnahmeort mittels GPS-Koordinaten festhaelt. Wenn die Kamera keinen integrierten GPS-Empfaenger hat, kann diese Information manuell durch das Assoziieren mit einem Punkt auf einer Karte oder durch automatischen Abgleich mit GPS-Daten aus einer anderen Quelle erfolgen (dazu mehr in einem spaeteren Beitrag).

Um die Unterstuetzung bei Flickr auszuprobieren habe ich einen GPS-Track genommen und ein Foto damit annotieren lassen. Zur Kontrolle habe ich die geschriebenen Koordinaten bei google maps und yahoo maps eingegeben, was den identische, korrekten, Ort auf der Karte hervorbrachte. Also stimmt erst einmal alles, Zeit fuer den naechsten Schritt.

Damit Flickr ueberhaupt die GPS-Information auswertet, muss in den Einstellungen diese Funktion aus Gruenden der Privatsphaere erst aktiviert werden. Als Linuxnutzer habe ich das Webinterface aufgerufen und das Bild hochgeladen. Zu meiner Ueberraschung ist der auf der Weltkarte angezeigte Ort ungefaehr 100km in suedoestlicher Richtung von dem Aufnahmeort enfernt. Das bringt nicht mir nicht viel, denn diese Genauigkeit bekomme ich durch manuelle Positionierung aller Bilder auf einen Schlag gerade so auch hin ;-) . Aus Neugier habe ich dasgleiche mit Windows Vista probiert, was sofort zu dem gewuenschten Ergebnis gefuehrt hat. Ausserdem ist das Webinterface anders, bunter und mehr Web 2.0. Ein erneuter Versuch unter Linux brachte nichts neues hervor. Der Upload unter Linux mittels des Javawerkzeugs jUploadr hat wieder den richtigen Ort ergeben – der Fehler muss also im Webinterface liegen.

Zum Vergleich sind die drei “Versionen” online (Karte). Gestern habe ich eine Anfrage an das Flickr Team gestellt und werde Neues hier berichten.

Exit Meeting und Zukunft

Januar 14, 2008

Oktober 2007 

Das Ziel eines solchen gut bezahlten Praktikums, in dem man nicht nur zu arbeiten hat, sondern auch an der Unternehmenskultur teilnimmt und dedizierte Veranstaltungen stattfinden, ist unverkennbar. Primaer ist es eine Rekrutierungsmassnahme, die man sich etwas kosten laesst, dabei aber den besten Eindruck eines spaeteren potenziellen Bewerbers bekommt. Das Telefoninterview sowie das Vorstellungsgespraech im Januar hatten es fachlich sehr in sich gehabt; soziale Faehigkeiten hingegen wurden nicht explizit aufgenommen. Waehrend des Praktikums konnte man nicht nur zeigen, was man wirklich kann, sondern auch wie man in einem hektischen Umfeld agiert und an Probleme im Ablauf herangeht

Waerend seiner Zeit bei Bloomberg kann man sich auf offene Stellen im Unternehmen bewerben, bei R&D geht das auch ein Jahr im voraus (Werbevideo). Dabei wird keine separate Bewerbung erstellt, sondern am Ende entweder ein Angebot unterbreitet oder nicht, was massgeblich von der Bewertung durch den Mentor abhaengt.

Das Exit Meeting markiert woertlich das Ende des Praktikums und ist besonders wichtig, da hier eine Angebot fuer ein weiteres Praktikum oder eine Festanstellung unterbreitet wird. Nach dem Ausraeumen des Schreibtisches, Zusammenpacken meiner Sachen und einem letzten Gespraech mit meinen Chefs Jag und Lee fand in einem kleinen Meetingraum das Abschlussgespraech mit Jon statt, der mich noch einmal ueber meine Erfahrungen bei Bloomberg befragt hat. Schliesslich wollte er gerne wissen, wann ich vroaussichtlich das Studium beenden werde, denn er woll mir gerne einen Job im naechsten Jahr anbieten :-D . Er ging dabei auf die Hoehe des Gehalts ein und auf die Berechnung eines jaehrlichen Bonus. Da Bloombrg sich in Privatbesitz befindet koennen eine Aktienanteile ausgegeben werden. Stattdessen gibt es fuer jeden Angestellten eine initialie Anzahl von Zertifikaten, deren Wert vom Unternehmensergebnis abhaengt und deren Zahl im jaehrlichen Reviewmeeting neu bestimmt wird. Der Gesamtwert ist also sowohl von der Leistung des Unternehmens als auch des Angestellten abhaengig. Ihr Wert wird mit jedem vollen Jahr das man angestellt ist realisiert.

Zu dem Zeitpunkt war ich noch voellig unsicher darueber, wie es fuer mich nach dem Studium weitergehen soll. Ich musste auch nicht sofort akzeptieren, sondern mich “innerhalb der naechsten Monate” entscheiden und mich noch einmal melden.

Abschliessend durfte ich in der Personalabteilung ein non-disclosure agreement unterschreiben. Eine Angestellte hat mich dann zum Ausgang begleitet, mir alles Gute gewuenscht und meinen Ausweis entgegengenommen. Damit war es zu Ende (und ich kam nicht mehr rein).

Review Meeting

Januar 14, 2008

Oktober 2007

Zusaetzlich zu dem von allen auszfuellendem Reviewdokument, das allgemeine Fragen zum Praktikum festhaelt, hat R&D ein eigenes erstellt, das auf das bevorstehende Reviewmeeting vorbereiten soll. In der ersten der drei Fragen sollte man ueber seine einzelnen Aufgaben bzw. Projekte an denen man gearbeitet hat reflektieren. In der darauffolgenden sich selbst kurz mit jeweils ein bis zwei Saetzen bewerten bzgl. Umgang, Faehigkeiten, Fortschritt und eine paar anderen Kriterien. Die dritte Frage bezog sich auf die Selbsteinschaetzung im Allgemeinen, ob man die Erwartungen des Mentors stets / manchmal uebertroffen, erfuellt hat oder nicht gerecht werden konnte. Nachdem alles komplett war, kam der Mentor an die Reihe diegleichen Fragen aus seiner Sicht zu beantworten, was ganz gut ausgefallen ist.

Das Reviewmeeting fand mit einem Personalverantwortlichen aus der Abteilung statt. Christine hat mich zu meinen Aufgaben befragt und sich das ein oder andere zeigen lassen. Das weitere Gespreach ging um die Erfahrungen im Praktikum selbst. Hier wusste ich immer noch nicht, was man in der Zukunft verbessern koennte.

Level-3 Boss aus New York

Januar 10, 2008

Oktober 2007

Die Entwicklungsabteilung ist zwischen New York und London verteilt, wobei ca. zwei Drittel der beschaeftigten in den USA taetig sind. Die Organisationsstruktur ist ziemlich flach und Titel wie Abteilungsleiter werden offiziell keine gefuehrt auch wenn es entsprechende Funktionen gibt.

Mein Mentor Jag sass mir schraeg gegenueber und drei Plaetze weiter befindet sich dessen Chef Lee. Ende September ist dessen Lees Vorgesetzter fuer eine Woche nach London bekommen, um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben, sich auf den neuesten Stand zu bringen sowie persoenliche Gepsraeche mit jedem aus dem Team zu fuehren, was schon etwas anderes als Chat oder Telefon ist. Als erstes war ich etwas verunsichert, als Lee mir ein Treffen mit ihm vorgschlagen hat, aber warum denn nicht. Es war offenes und zwangloses Gespraech. Auf meine Aussage, ich komme aus Deutschland, antwortete er: “Ich fahre einen Porsche, das ist alles was ich ueber Deutschland weiss!” und hat gefragt ob man auf der Autobahn wirklich so schnell fahren kann wie man moechte :-D . Ansonsten haben wir uns kurz ueber das Praktikum unterhalten, was ich so mache und wie es mit bei Bloomberg gefaellt. Auf die letzte Frage, was man verbessern koenne, ist mir schlicht nichts eingefallen. Bis heute wuesste ich einfach nicht was…

Am selben Tag ging am Nachmittag noch der Flug von Heathrow zurueck nach New York.

Patrick Stewart als Macbeth

Januar 9, 2008

Oktober 2007

Patrick Stewart ist bekannt aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, insbesondere aber als Captain Jean-Luc Picard aus Raumschiff Enterprise (The Next Generation). Nach seiner letzten Kinorolle in X-Men 3 ist er hauptsaechlich als Schauspieler auf englischen Buehnen unterwegs, darunter in der Hauptrolle von Shakespeares The Tempest im letzten Jahr.

Relativ frueh wurde ich auf ein paar Plakate aufmerksam, die ihn als MacBeth im Londoner Gielgud-Theater ankuendigten. Trotz eines festen Vorsatzes habe ich mit Magali, einer Prakitkantin aus der Designabteilung Cube-d, erst auf den letzten Druecker zwei Tickets erstehen koennen. Es waren ausgerechnet die aeussersten Sitze in der letzten Reihe, aber gluecklicherweise ist das Theater nicht besonders gross, so dass man noch ganz gut sehen konnte. Das ist der Vorteil an der grossen Auswahl in London wo es sehr viele kleinere Haeuser gibt anstatt eines einzigen grossen.

Die Auffuehrung war sehr modern und hat mit akustischem Granatfeuer begonnen. Die Darsteller sind mit AK47-Nachbildungen aufgetreten, was gerade am Ende zu ulkigen Situationen fuehrte. Ich hatte mir in Wiesbaden eine ebenso moderne Auffuehrung von Wagners Die Walkuere angesehen, in der Siegmund von Hunding schlicht erschossen wurde nachdem er stolz Wotans Schwert praesentiert hatte. Hier war es aehnlich: nachdem der eine in grossen Worten mit seinem Messer droht, wird er vom anderen erschossen. Visuelle Effekt wurden sparsam eingestzt und waren sehr eindrucksvoll bei der Erscheinung des Geistes von Banquo, den MacBeth spaeter hatte ermorden lassen. Kurz vor seinem Eintreten wurden Blutstreifen an die Wand projiziert, welche sich langsam ueber die gesamte Flaeche ausbreiteten. Kurz nach MacBeths Zusammenbruch fand die Pause statt, nach dessen Ende die letzte Szene noch einmal wiederholt wurde, bloss dieses Mal aus der Sicht der Gaeste und ohne den Darsteller Banquos. Ein sehr guter Einfall.

Die drei Hexen kamen mit ihren Auftritten auch sehr gut rueber. Die Buehnengestaltung war groesstenteils schlicht, was aber nicht weiter aufgefallen ist. Patrick Stewart hat hervorragend und ueberzeugend gespielt, dass ich mir das Stueck noch einmal ansehen wuerde. Bei laengeren Dialogen bin ich aber ab und zu ausgestiegen was an dem verwendeten Wortschatz liegt. Erwaehnenswert ist noch, dass der Darsteller des Pfoertners dem Publikum zugewandt in ein Waschbecken gepinkelt hat :-D