Please keep Mobile Phones and Chainsaws switched off at all Times

By fesek

Dieses Wochenede stand ziemlich viel an: Das Fright Fest, ein Trip nach Oxford sowie der Notting Hill Carnival, begünstig durch den namenlosen Feiertag “Bank Holiday” am Montag.

Bei dem jährlich stattfindenden Filmfestival Fright Fest wurden von Donnerstag bis Montag 26 Filme aus dem Bereich Horror und Fantasy gezeigt. In Storm Warning (Australien) am Freitag bin ich eigentlich nur reingegangen um dabei gewesen zu sein. Das Publikum bestand ausschließlich aus Filmgeeks unter denen ich vom Äußeren her glücklicherweise kaum aufgefallen bin. Neben den blanken Filmen wurde die Veranstaltungen von Fragerunden mit Regisseuren, deren Filme präsentiert wurden, uralten Horrortrailern, Kurzreportagen sowie Kurzfilmen begleitet. Letztere habe ich zum Glück mitbekommen, da auf dem Ticket und der Website eine falsche Uhrzeit stand. Meisterhaft fand ich Pig Tale, Little Brats hingegen war ziemlich abstoßend aber sehr lustig zugleich – wer die Chance hat sollte sie sich ansehen.

Das hat so gut gefallen, daß ich mir noch Disturbia, ein modernes Remake von Alfred Hitchcocks Rear Window (Das Fenster zum Hof) das bald in die Kinos kommt, und The Devil Dared Me To, einem Independent Film aus Neuseeland, angesehen habe. Beide sehr gut auf ihre Weise. Am Sonntag kam ich gerade rechtzeitig aus Oxford zurück um Skin Walkers anzusehen, der von Werwölfen handelt. Das Thema hat mich noch nie sonderlich angemacht (Vampire finde ich sexier) und war auch noch Zeitverschwendung. Dies war der einzige Film bei dem nicht applaudiert wurde.

Am nächsten Morgen um 10:45 wurde Zombie Diaries gezeigt, eine Kombination von George A. Romeros Zombiefilmen und Blairwitch Project. Der ganze Film besteht aus den Aufnahmen von drei oder vier unterschiedlichen fiktiven Gruppen. Die Dreharbeiten dafür wurden alle über das Wochenende über drei Jahre hinweg mit Freunden und Bekannten gemacht. Auf die Zuschauerfrage, wie viel es genaus gekostet hat, antwortete der eine Regisseur mit „meine Ehe und mein Job“, der andere mit „zwei Freundinnen und jede Menge Streß“. Ziemlich low budget also :-) . Blairwitch Project hatte mir nicht sonderlich gefallen, trotzdem fand ich diesen Film sehenswert. Der DVD-Verkauf fängt diese Woche in UK an. Eine Stunde vor der Vorführung fand der World Record Zombie Walk statt, ein Weltrekordversuch für die meisten Zombies was einen ziemlich guten Eindruck machte. Im Kino gab es für jeden kostenlose T-Shirts mit der Aufschrift „I survived the Zombie Diaries…“ und zu Beginn des eigentlichen Films haben die Teilnehmer zombieähnliche Laute von sich gegeben :-D . Später sind sie durch die Straßen gelaufen und haben willkürlich Leute angefallen – zum Spaß natürlich.

Später am Tag gab es Spiral, der gruselig beschrieben war, aber hauptsächlich von der Beziehung eines Versicherungsangestellten, der nebenher malt, und seinem Model handelt. Trotzdem ein sehr sehenswerter Film mit einer Wendung ;-) . Der Regisseur hat am Ende noch seine Lebensgeschichte erzählt und wie Twisted Sister bzw. D Snider persönlich ihn beeinflußt haben :-D . Den Abschluß des Festivals bildete El Orfenato (The Orphanage) von demgleichen Produzenten wie Pan’s Labyrinth der einen Haufen Preise abgeräumt hat. An zwei Stellen habe ich mich unheimlich erschrocken was lange nicht mehr vorkam :-) . Falls er in Deutschland in die Kinos kommt dann unbedingt ansehen, die Schauspielerin ist hervorragend, die Story durchdacht und (wenn man es zuläßt) schön gruselig.

Aber ohne Gore. Der Tend sei weg von Splatter zurück zu mehr Grusel und Horror auf einer psychischen Ebene was man deutlich gemerkt hat. So etwas wie Saw3 (der mir zu extrem wahr) habe ich nicht gesehen. Ach ja, WrongTurn 2 wurde gezeigt sowie Uwe Bolls weitere Spielverfilmung Postal

An dem Festival hat mir die Atmosphäre ziemlich gefallen. Die ganze Veranstaltung war ziemlich unauffällig, so daß sie von außen, bis auf die Filmgeeks die alle zwei Stunden draußen standen, kaum erkennbar war. Die Regisseure, die sich während und nach des Films zwanglos unter dem Publikum aufgehalten haben, wurden respektvoll und ohne Getöse behandelt. Einer ist auf seinem Weg zur Bühne / Leinwand fast über mich drüber gefallen. Wenn es geht gehe ich nächstes Jahr wieder hin, aber mehr dediziert. Die Filme haben immerhin 10 Pfund pro Vorstellung gekostet (das große Odeon nebenan verlangt für reguläre Filme 13 Pfund), Tageskarten kosteten um die 45 Pfund. Da hat ein T-Shirt auch nicht weiter gejuckt.

Die Fotos sind nichts dolles, sollen nur mal einen Eindruck geben.

Fright Fest Zombies 1 Fright Fest Zombies 2


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