Englische Pubs funktionieren etwas anders als Kneipen in Deutschland. Hier ist es üblich die Getränke sowie das Essen direkt am Thresen zu bestellen und auch gleich zu bezahlen. Damit gibt es keine Bedienungen im eigentlichen Sinn da sie nur die Gläser von den Tischen oder von der Straße aufsammeln, denn bei gutem Wetter halten sich die meisten Leute vor der Tür auf.
Letzten Freitag waren wir wieder im Pub um die Ecke von Bloomberg einen trinken. Als ich mit der Runde dran war habe ich unter anderem ein Explorer am Thresen bestellt, das die Bedienung zwar ins Glas füllte, mir aber nicht verkaufen wollte da das Faß am Ende war und das Bier nicht mehr gut sei. In der Absicht eine witzige Bemerkung zu machen antwortete ich locker ich sei daran gewöhnt, daß das britische Bier etwas merkwürdig schmeckt. Ihr Gesichtsausdruck war nicht gerade freundlich als sie mich gebeten hat das zu wiederholen und auf die Frage, ob ich sie gerade beleidigt habe, antwortete sie deutlich mit einem Ja. Trotz meines Versuchs mich zu entschuldigen hat sie mir die restlichen Getränke ziemlich erbost hingestellt.
Nachdem die Gäste gebeten wurde ihr Glas langsam zu leeren und der Pub gegen 23:30 schloß (im Finanzbereich läuft am Abend nicht mehr viel) kam jemand aus der Gruppe irgendwie mit ihr ins Gespräch. Sie wußte noch genau daß der Typ mit langen Haaren etwas gesagt hat, aber nach wiederholtem Entschuldigen war sie schließlich gewillt mir die Hand zu geben.
Vollkommen ungenießbar ist das Bier nicht, aber es schmeckt völlig anders als das was man vom Festland gewohnt ist. London Pride, Courage und John Smith bieten eigentlich einen ganz guten Querschnitt durch die unterschiedlichen Geschmacksrichtung. Doch wenn es nicht schmeckt sollte man es besser für sich behalten und eines der anderen europäischen Biere nehmen die ebenso in jedem Pub angeboten werden, wie Stella Artois, Kronenbourg 1664 oder Guinness.